Jan 30 2010
“Wie Misstrauen geschürt wird”
Unter dieser Überschrift hat René Gaffron im heutigen Fläming Echo der MAZ einen wunderbaren Kommentar zum Verhältnis zwischen Lokalzeitungen einerseits und Politik und Verwaltungen andererseits geschrieben, der mir sehr aus dem Herzen spricht. Ich kann ihn nur emfehlen, vor allem Kommunalpolitikern und Verwaltungen. Ich vermute mal, dass dieser Kommentar auch durch einige aktuelle Proteste aus unseren Amtsstuben veranlasst wurde. Oder wie sonst sollte die folgende Passage zu verstehen sein:
Dass etwa die – im Grundgesetz, Artikel 5, als frei garantierte – Berichterstattung (inklusive illustrierender Bilder) auch über Kinderbetreuungspersonal, -zeiten und -formen stattfindet, selbst wenn die Dinge noch in der Debatte sind, ist im Sinne der Sache.
Die beiden folgenden Sätze kann ich nur unterstreichen:
Meinungsbildung wird transparent; die Entscheidungsfindung kann beeinflusst werden. Das ist in der selbstbewussten Demokartie gewollt, in der ängstlichen Bürokratie freilich nicht.
Das und vieles andere, was René Gaffron in seinem Kommentar schreibt, betrifft meines Erachtens auch BB:-). Mit einigen kleinen Unterschieden:
- Anders als in einer Zeitung mit ihrem begrenzten Platzangebot muss auf einer Webseite wie BB:-) nicht ausgewählt werden, was erscheint und was nicht, jedenfalls nicht aus Platzgründen.
- Auf BB:-) gibt es keine eigene Recherche. Das ist ein Nachteil gegenüber dem Qualitätsjournalismus einer guten Zeitung. Dieser Nachteil wird teilweise dadurch kompensiert, dass hier in den Kommentar ergänzende und widersprechende Meinungen und Fakten sehr leicht und in direktem Zusammenhang mit dem eigentlichen Artikel eingestellt werden können.
- Anders als in den üblichen Zeitungen müssen sich Politik und Verwaltung auf BB:-) nicht auf Anregungen und Presseerklärungen beschränken, sondern können direkt ihre Fakten, Vorhaben und Meinungen publizieren. Sie können außerdem hier unmittelbar auf die Artikel anderer reagieren.
- Noch direkter als in jeder Zeitung können Politik und Verwaltung hier erfahren, was die Bürgerinnen und Bürger gerade bewegt.
Selbstverständlich können umgekehrt auch die Bürgerinnen und Bürger auf BB:-) auf die Artikel aus Politik und Verwaltung reagieren. Deshalb gilt auch auf BB:-) die Unterüberschrift des heutigen Kommentars im Fläming Echo:
Politik und Verwaltungen können Berichterstattung nicht bestimmen – aber beeinflussen.
Wenn sie denn wollen.
































